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Die Goldbergvariationen von J. S. Bach, jener legendäre Variationszyklus, den Bach weder für Herrn Goldberg schrieb, noch ihn so nannte, liegen hier in der Neueinspielung von Oliver Andreas Frank vor.

Schon Glenn Gould nahm das Werk nach Jahrzehnten zum zweiten Mal auf, da er vermutete, es bestünden zwischen den Variationen nicht notierte, aber wichtige, sozusagen mitgedachte Temporelationen.

Oliver Andreas Frank entwarf nun ein eigenes, bestechend einfaches Tempo-Relationen-Modell, indem er wie ein Dirigent vorging: das Werk durchläuft in seiner Interpretation ein stetig gleicher Grundpuls, der nur nach Taktart umgedeutet wird, ein Verfahren, wie es bei Taktwechseln üblich war. Lediglich bei den drei, von Bach eigens mit Tempoangaben bezeichneten Variationen wird dieses Schema verlassen.

Dadurch liegt hier eine sehr eigene, neue Deutung dieses Bach’schen Geniewurfes vor: Das Werk erscheint trotz allen Varianten- und Stimmungsreichtums der 30 Variationen als durchlaufende Gesamtkomposition, deren Einheitlichkeit dadurch in ungewöhnlicher Intensität zum Ausdruck kommt. Diese Wirkung wird noch durch das Weglassen der Wiederholungen und das unmittelbare Aufeinanderfolgen der einzelnen Sätze verstärkt.

Oliver Andreas Frank spielt ein Cembalo des legendären Cembalobauers Remy-Gug aus dem Jahr 1993 nach flämischen und französischen Vorbildern, das mit seinem direkten, nüchternen und dennoch vollen, dunklen Klang den Anforderungen des Werkes an Farbreichtum, Klangfülle und Durchsichtigkeit der Stimmen sehr entgegenkommt.

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